Diese Reise war so ereignisreich, dass ein hinreichend aussagefähiger Reisebericht Buchformat erlangte.
Sie begann in Berlin-Ostbahnhof mit der Busreise nach Rzepin (Polen). Von dort fuhr der Bernsteinzug über Danzig, Mikolaiki, Vilnius, Klaipeda, Riga, Tartu, Tallinn, St. Petersburg, Minsk und Posen zurück nach Rzepin (Bus nach Berlin).
Danzig und die Marienburg gehörten fraglos zu den High-Lights der Reise, ebenso die Bootsfahrt über die masurischen Seen. Eindrucksvoll auch die Altstädte von Vilnius, Riga und Tartu; am schönsten vielleicht die von Tallinn. Klaipeda ist weniger interessant, jedoch Ausgangspunkt für einen unbedingt empfehlenswerten Besuch der Kurischen Nehrung. (Thomas-Mann-Haus, “Die Frauen von Nidden”). Eremitage und Katharinenpalast (Bernsteinzimmer) gehören zu den bedeutendsten Kulturstätten Europas; ihre Schönheit ging jedoch in einem Meer (gefühlter) tausender von nach Luft schnappenden, schwitzenden und “blitzenden” Touris fast verloren. In Minsk ist der “real existierende Sozialismus” noch allgegenwärtig – in der Architektur und dem Geschichtsunterricht unseres örtlichen Reiseleiters. Posen wirkt auf den ersten Blick ähnlich, ist aber mit seiner Geschichte und seinen schönen Baudenkmälern durchaus einen Besuch wert.
Zu den einzelnen Besichtigungen gab es oft konzertante, folkloristische oder gesangliche Darbietungen: Sehr schöne Zugaben.
Und alle zwei Tage war “Waschtag”. Dann zog die Zugbesatzung mit kleinem Handgepäck in ein Hotel. Auch das eine angenehme Erweiterung der reinen Zugfahrt.
Überhaupt nötigt die logistische Leistung des Veranstalters Respekt ab. Die Einbindung des Sonderzuges in die Fahrpläne der jeweiligen Länder bis hin zur Benutzung stillgelegter Strecken (“Fenster schließen, damit die Zweige nicht hereinschlagen!”), die Bereitstellung der Busse zu den Besichtigungen mit den örtlichen Reiseleitern, die Auswahl der Hotels (Stadtzentrum) und Restaurants, die Organisation der “Schmankerln” – und wenn es einmal nicht so klappte, haben wir es kaum gemerkt.
Denn da gab es noch Agata, Agata Bobkiewicz, die polnische Chef-Reiseleiterin mit perfekten deutschen und russischen Sprachkenntnissen. Immer freundlich und hilfsbereit, immer fröhlich und zu Scherzen aufgelegt, hatte sie ihre Truppe stets im Blick und im Griff. Arbeit bis zu Erschöpfung, die allerdings nur ganz selten und ganz kurz und nur für den aufmerksamen Beobachter sichtbar wurde. Und es gab noch Mike, ihren Adlatus, weniger auffällig, aber nicht minder qualifiziert und engagiert. Ein tolles Team!
Natürlich gab es das eine oder das Andere, das dem Einen oder dem Anderen weniger gefiel. Aber das kann den Gesamteindruck nicht schmälern. Diese Reise war nicht unbedingt Erholungsurlaub, es war eine phantastische Erlebnisreise, teuer aber ihren Preis wert.